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Gemeinschaftsübung der Feuerwehr Weilmünster und/et les Sapeures de Pompiers Le Cheylard

Da man schon im Vorfeld wusste, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Feuerwehrleuten aus der Ardeche mit anreisen würde, reifte die Idee mit diesen Kameraden eine gemeinsame Übung durchzuführen. Natürlich stellte man sich auch die Frage über die  Verständigung untereinander, da aber diese Schwierigkeit nicht nur auf deutscher, sondern auch auf französischer Seite bestehen würde, entschloss man sich auf Weilmünsterer Seite einer französischen Lebensweisheit zu folgen „comme si, comme sa“. Im Nachhinein gesehen hatte sich diese Fahrweise auch bewährt. So wurde dieses Vorhaben den französischen Kameraden im Vorfeld mitgeteilt und von diesen auch mit Begeisterung aufgenommen. Nachteilig war nur, dass sich das Handgepäck erheblich erweiterte, da die französischen Kameraden ihre komplette persönliche Schutzausrüstung mitbrachten. Am Samstagnachmittag war es dann soweit, in dem enggesteckten Zeitplan der Partnerschaftsfeierlichkeiten, hatte man ein Zeitfenster gefunden um das mit Spannung erwartete Vorhaben durchzuführen.
Nachdem sich die Mannschaften ausgerüstet hatten, wurde im Beisein der Bürgermeister Jaques Chaball und Manfred Heep die Kameraden von dem Wehrführer Torsten Pfeiffer und dem Chef de securité Bernard Moulet begrüßt. Bernard Moulet betonte in seinen Worten die lange Freundschaft die die beiden Feuerwehren seit Jahren verbindet und ein sehr wichtiger Bestandteil der Städtepartnerschaft sind. Damit der Besuch auch in bleibender Erinnerung bleibt, überreichte er eine von dem Künstler Roger Courte geschaffene und von Alain Renier mitgestaltete Steinplatte. Diese wird einen würdigen Platz am Feuerwehrhaus Weilmünster erhalten. Nun konnte es los gehen!

Nach einer kurzen Einweisung der französischen Kameraden in Fahrzeuge und Gerätschaften wurden die Fahrzeuge mit gemischten Mannschaften besetzt. Als erstes Übungsobjekt wurde das auf dem Gelände der VITOS-Kliniken gelegene leerstehende Haus 8 angefahren. Hier hatte der stellvertretende Wehrführer Kai Cimander das folgende Übungsszenario für die anrückenden Feuerwehrkameraden vorbereitet. Im 2. Obergeschoß des Gebäudes, waren mehrere Personen durch einen Zimmerbrand eingeschlossen. Von der Feuerwehr war die Personenrettung über Drehleiter und Treppenhaus und die anschließende Brandbekämpfung durchzuführen. Analog zu den Mannschaften war auch die Einsatzleitung paritätisch besetzt. Auf Weilmünsterer Seite war dies Thorsten Pfeiffer und auf der Seite der Sapeures Pompiers war es Bernard Moulet. Trotz der gewisser sprachlichen Barrieren gestaltete sich die Zusammenarbeit untereinander relativ problemlos und harmonisch. Dieses spiegelte auch das Ergebnis der Übung wieder, innerhalb kürzester Zeit waren alle vermissten Personen gerettet und das Feuer gelöscht. Bevor alle Gerätschaften zurückgenommen wurden bestand die Gelegenheit für alle Anwesende die Einsatzstelle im Innern des Gebäudes näher einzusehen. Unsere französischen Freunde zeigten sich begeistert über das taktische Vorgehen und das Schlauchmanagement, dass bei uns praktiziert wird. Ebenso wurde auch die Idee einen Innenangriff mit luftgefüllten Schläuchen zu üben wissbegierig aufgenommen.


Nachdem die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt war, wurde die nächste Übung ins Auge gefasst. So wurden zunächst die Zuschauer von dem ersten Einsatzort zum nächsten Einsatzort, der sich oberhalb des Friedhofs befand, transportiert. Als die Vorbereitungen getroffen waren, erfolgte der Einsatzauftrag über Funk: „PKW-Unfall auf Wirtschaftsweg, oberhalb des Friedhofs Weilmünster, ein Fahrzeug brennt, mehrere Personen in Zwangslage!“
Schon bei der Anfahrt an das Übungsobjekt kündigte schwarzer Rauch den Ort des Geschehens aus der Entfernung an. Markus Scherber hatte bei der Vorbereitung des Szenarios wieder alle Register einer professionellen und realitätsnahen Darstellung gezogen. Zeitgleich, wurden die Personenrettung und die Brandbekämpfung vorgenommen. Da das Fahrzeug auf der Seite liegend in einer undefinierten Lage befand, war es erforderlich das Fahrzeug in dieser Lage zu stabilisieren. Das erfolgte mit dem kürzlich in Dienst gestellten PARATECH-Abstützsystem. Nach der erfolgten Übung bot sich die Möglichkeit für die französischen Kameradinnen und Kameraden die hydraulischen Rettungsgeräte am Übungsobjekt selbst auszuprobieren.
Am Ende der Übungseinheiten stand eindeutig fest, dass dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt war und bei allen Kameraden und/et camarades großen Anklang gefunden hatte. Es versteht sich von selbst, dass dieses nicht alltägliche Ereignis in einem gebührenden Rahmen mit einem guten Essen und guten Getränken einen würdigen Abschluss fand. Die französischen Kameraden haben schon durchblicken lassen, dass im kommenden  Jahr bei den Partnerschaftsfeierlichkeiten in Le Cheylard auch dort ein Manöver in ähnlicher Weise stattfinden wird. Wir sind gespannt was sie sich die französischen Kameraden einfallen lassen werden!

 

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