Feuerwehr Weilmünster intensiviert die Ausbildung von Drehleiterbesatzungen

In der Regel sind bei den freiwilligen Feuerwehren, die ein Hubrettungsgerät ihr eigen nennen können, häufig nur ein recht überschaulicher Kreis ausgebildeter Drehleitermaschinisten vorhanden, die den entsprechenden Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule durchlaufen haben. Der Drehleitermaschinist stellt aber nur einen Teil der Besatzung dar, wobei er  vornehmlich das Fahrzeug fährt und bedient.  Bleiben noch zwei weitere Besatzungsmitglieder übrig, wovon einer der Führer des selbstständigen Trupps ist und dieser bestimmt in der Regel in Absprache mit dem Einheitsführer den Einsatz der Drehleiter. Wie steht es um dessen Wissen bei dem Umgang mit der Drehleiter? Was gilt es zu beachten, z.B. bei der Aufstellung der Drehleiter in Abhängigkeit zum Einsatzauftrag? Welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen? Um diesen Erfordernissen Rechnung zu tragen investierte die Feuerwehr Weilmünster in eine ganztägige Schulung, die am 29.Oktober 2016, mit einem erfahrenen Dozenten durchgeführt wurde. Die Wehrleitung konnte, durch die Vermittlung von Oliver Schmidt,  den Hauptbrandmeister Jürgen Vogelpoth, der bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden zuständig für die Ausbildung an Hubrettungsfahrzeugen und Krane ist, für diese Schulung gewinnen.

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Theorie um neue Erkenntnisse zu gewinnen und alte wieder aufzufrischen. Was verbirgt sich hinter bestimmten Begriffen, wie z.B.  Freistandsfeld, Benutzungsfeld, Aufrichtwinkel u.a.? Nach Erarbeitung der vorgenannten und anderen Begrifflichkeiten, wurde im zweiten Teil auf die Einsatztaktik eingegangen. Hierzu wurde die HAUS-Regel herangezogen und vermittelt. Unter Zuhilfenahme dieser Standarttaktik, kann der optimale Standort der Drehleiter gezielt ausgewählt werden. Hinter der HAUS-Regel verbirgt sich eine bestimmte Systematik, die sich wie folgt darstellt H-Hindernisse; A-Abstände; U-Untergrund und S-Sicherheit.

Nach der Mittagspause war der praktischen Ausbildung vorbehalten. Aufgeteilt in drei Trupps galt es nun das Wissen aus der theoretischen Schulung in die Praxis umzusetzen. Dazu wurden verschiedene Objekte in der Ortslage von Weilmünster angefahren, jeder Trupp hatte die Aufgabe, unter Berücksichtigung des Einsatzauftrags, den Standort der Drehleiter zu bestimmen. Anschließend wurde die Drehleiter, entsprechend der Vorgabe des jeweiligen Truppführers, in Stellung gebracht. Dieser praxisorientierte Teil der Ausbildung zeigte auch ganz deutlich, dass der Einsatz einer Drehleiter nicht überall gewährleistet werden kann. Bedingt durch räumliche Enge, nicht tragfähigem Untergrund oder auch extremen Witterungsverhältnissen, können diesem Rettungsgerät auch Grenzen gesetzt sein. Am Schluss der Schulung waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass diese Schulung sehr interessant und erkenntnisreich war.

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